Meine Angebote

Ich habe einen Bandscheibenvorfall, muß ich jetzt operiert werden? – Was für Therapiemöglichkeiten gibt es? – Ich habe einen Bandscheibenvorfall – ist das schlimm? – Was kann passieren? – Wann muß eine Operation sein? – Gibt es die Möglichkeit nicht-operativer Therapien? – Im MRT sieht man einen großen Bandscheibenvorfall – muß ich operiert werden? – Gibt es ein verantwortbares Zeitfenster für nicht-operative Therapiemaßnahmen?

Mit diesen oder ähnlichen Gedanken und Fragen stellen sich oft Patienten vor. Im Folgenden möchte ich Schritt für Schritt den Untersuchungsablauf darstellen, um diese Fragen beantworten zu können.

Bandscheibenvorfall, Radikulopathien
  • ausführliche Anamneseerhebung
    • dies bedeutet: Anamnese beschreibt das initiale Gespräch des Arztes mit dem Patienten; die Beschwerden sollen möglichst genau erfaßt werden. Was ich auch wichtig finde: Je nach Lebenssituation werden bei rein medizinisch gesehen eigentlich ähnlichen Beschwerden von verschiedenen Menschen verschiedene Therapieziele genannt.
    • Fragestellungen in diesem Untersuchungsschritt: welche Beschwerden bestehen, seit wann, wie stark ist dadurch der Alltag gestört, was sind Ihre Behandlungsziele u.a.
    • In diesem ersten „Untersuchungsschritt“ entsteht der gedankliche Plan für die weitere Untersuchung, wo muß genauer untersucht werden usw.
  • neurologische Untersuchung
    • dies bedeutet: Untersuchung von Kraft einzelner Muskeln, Reflexen, Sensibilität, Koordination, usw. Wichtig ist mir, daß diejenigen Hautareale, Reflexe und Muskeln für welche die vom Bandscheibenvorfall bedrängte Nervenwurzel zuständig ist, genau erfaßt werden.
    • Fragestellungen in diesem Untersuchungsschritt: lst tatsächlich ein Wirbelsäulenproblem ursächlich? Oder muß parallel an andere mögliche Ursachen gedacht werden? Sind Nervenausfallssymptome erfaßbar? Welche Nervenwurzel ist betroffen? Wie schwer sind die Ausfallserscheinungen?

neurologische-untersuchung

 

Sie sehen, den Stellenwert der Anamnese (ausführliche Befragung) und klinischen Untersuchung bewerte ich im neurologischen Untersuchungsgang sehr hoch.

Bei jedem Untersuchungsschritt sind im Hinterkopf Gedanken aktiv, werden Hypothesen aufgestellt oder verworfen. Nach der Anamnese und klinischen Untersuchung hat ein guter Neurologe schon in den allermeisten Fällen eine Arbeitshypothese erstellt. Die weitere Untersuchung wird nun daraufhin geplant, die Hypothesen bestätigt oder wenn nötig auch angepaßt.

Auch wenn ich hier einen allgemeinen Untersuchungsablauf schildere, ist es wichtig, die Details der Untersuchung immer individuell zu planen (auf Basis des Anamnesegesprächs) und nicht nach „Schema F“ vorzugehen.

  • NLG Untersuchung
    • dies bedeutet: Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, der Nervenfunktion
    • folgende Fragestellungen: Liegt ein höhergradiger Nervenschaden durch die Bandscheibe vor? Gibt es Hinweise auf einen Nervenschaden an anderer Stelle als an der Bandscheibe? Liegt ein Nervenengpaßsyndrom vor, das Symptome eines Nervenwurzelschadens (z.B. durch einen Bandscheibenvorfall) imitieren kann?

nlg-untersuchung

Wenn sich, was immer wieder vorkommt, eine Nervenläsion an ganz anderer Stelle als der Wirbelsäule zeigt, kann an dieser Stelle eine Nervenultraschalluntersuchung angeschlossen werden
  • EMG Untersuchung
    • dies bedeutet: genauere Untersuchung der Muskeln bzw. der die Muskeln ansteuernden Nervenfasern. Genauer gesagt, die Funktion der motorischen (zur Muskulatur ziehenden) Nervenfasern der vom Bandscheibenvorfall bedrängten Nervenwurzel
    • Fragestellungen in diesem Untersuchungsschritt: liegt ein Schaden der motorischen Nervenfasern vor, also der Nervenfasern die für die Muskulatur zuständig sind? Wenn ja, ist dieser Schaden akut oder chronisch? Wie schwer ausgeprägt?
  • SEP-Untersuchung
    • dies bedeutet hier: Messung der sensiblen Nervenfasern der vom Bandscheibenvorfall bedrängten Nervenwurzel
    • Fragestellungen in diesem Untersuchungsschritt: liegt ein Schaden der sensiblen Nervenfasern vor, also der Nervenfasern die für die Empfindungsweiterleitung zuständig sind? Wie schwer ausgeprägt?
Je nach Symptomen kann im Einzelfall das Untersuchungsprogramm abweichen.
  • Besprechung der Ergebnisse:
    • Wie lautet die Diagnose? Wie ist die Diagnosesicherheit? Sind weitere Untersuchungen nötig? Was kann über die Nervenfunktion gesagt werden? Liegt ein Nervenschaden vor oder ein Reizsyndrom? Was bedeutet das für die Therapieplanung?
  • Besprechung des weiteren Vorgehens:
    • Ist eine Operation anzuraten? Drohen irreparable Ausfallserscheinungen? Gibt es ein vertretbares Zeitfenster für nicht-operative Therapieansätze? Welche Möglichkeiten gibt es hier?
  • Befundbericht
    • Schriftlicher Befundbericht, für Sie und mitbehandelnde Ärzte zur besseren Absprache des weiteren Vorgehens
Vereinbaren Sie hier einen Termin für eine ausführliche Untersuchung, eine Zweitmeinung vor einer Operation o.a. Reservierte Untersuchungszeit für die Erstuntersuchung: 30-60min (je nach Fragestellung).

Die Diagnose ist gestellt. Wie geht es weiter?

Die Therapie bei Bandscheibenvorfall setzt zumeist ein gutes „teamplaying“ voraus (Hausarzt, Orthopädie, Wirbelsäulenspezialisten, Neurochirurgie, Schmerztherapie, Physiotherapie, Manuelle Therapie, Osteopathie, Akkupunktur, u.a. – je nach Situation). Dies bedeutet u.a. eine gute Rücksprache und Absprache mit Ihrem überweisenden Arzt und auf Wunsch auch mit dem weiteren Behandlungsteam. Gerne kann ich Sie beraten und auf Wunsch auch den weiteren Therapieprozeß mitbegleiten. Je nach Verlauf muß ggf. die Therapie angepaßt werden, geändert, „ausgeschlichen“ oder intensiviert werden. In bestimmten Situationen sind auch nochmals neurologische Kontrolluntersuchungen sinnvoll, um – wenn notwendig – die Frage des Nervenschadens und der OP-Empfehlung im Verlauf nochmals zu überprüfen.

Karpaltunnelsyndrom

Eine genaue Schilderung des Untersuchungsganges bei „eingeklemmtem Nerv“ am Beispiel des Karpaltunnelsyndroms finden Sie hier

Schlußbemerkung

Oben finden Sie stellvertretend zwei Beispiele für meine Angebote einer sorgfältigen neurologischen Diagnostik und meiner Therapieangebote. Ich hoffe, ich konnte Ihnen anhand dieser zwei Beispiele mein Konzept, meine Schwerpunkte und meine Arbeitsweise zeigen. Natürlich gibt es weitaus mehr Situationen, in denen eine neurologische Abklärung und Therapie weiterhelfen kann. Bei Fragen sprechen Sie mich gerne an oder vereinbaren sie hier einen Untersuchungstermin.